Wo kleine Beelitzer Wurzeln schlagen

Beelitz

Beelitz – Wanderer, die an der Bockwindmühle vorbei nach Beelitz ziehen, bekommen seit Kurzem einen Eindruck vom Kinderreichtum der Spargelstadt: 50 Obstbäume säumen den Weg aus Richtung Schlunkendorf, daran befestigt sind Schildchen mit Namen wie Lina, Mila, Matteo und Luca. Jeder Baum gehört einem kleinen Beelitzer, der in den vergangenen zwölf Monaten das Licht der Welt erblickt hat.

Wie in jedem Jahr wurden auch jetzt wieder anlässlich des Weltkindertages Obstbäume von frischgebackenen Eltern für ihre Kinder gepflanzt. Mit dem Weg an der Bockwindmühle ist mittlerweile die dritte Fläche im Stadtgebiet zur Streuobstwiese geworden, die bisherigen an der Treuenbrietzener Straße sind bereits voll. Seit 2010 gibt es die Aktion im Rahmen des Baby-Willkommensdienstes, bislang  wurden fast 250 Bäume in diesem Zusammenhang von der Stadt an die Eltern übergeben und von ihnen gepflanzt. Die Idee dahinter: Die kleinen Bürger sollen buchstäblich Wurzeln schlagen und noch nach Jahren ihren Baum besuchen und das Obst ernten.

Auch den Willkommensdienst gibt es seit fünf Jahren: Im Auftrag der Stadt besucht die Beelitzerin Regina Breyer auf Wunsch frischgebackene Eltern, informiert über das Angebot von Ärzten, Kursen und Kinderbetreuung und beantwortet alltägliche Fragen. Außerdem gibt es einen Begrüßungsordner mit Gutscheinen, die von Unternehmen und Vereinen gesponsert werden. Pro Jahr hat Frau Breyer 70 bis 80 Besuche im Terminkalender.

Die Aktion kommt bei den Familien sehr gut an: „Die Idee ist super. Wir wünschen der Stadt und allen Beteiligten dieser tollen Aktion, dass ihr Engagement von Jahr zu Jahr mehr Früchte trägt, dass die gepflanzten Bäume prächtig gedeihen und dass die Stadt sich weiter positiv entwickelt“, hat zum Beispiel Familie Baum in einem Brief ans Rathaus geschrieben, nachdem sie mit ihren beiden Söhnen und der kleinen Tochter Lillien Veronika teilgenommen hatte. Und Familie Heidecke, die ein Baum für ihren Sohn pflanzte, schrieb: „Wir haben die Veranstaltung als sehr gelungen empfunden. Wir werden Konrads Bäumchen sicher regelmäßig besuchen, auch wenn er so bald noch keine Früchte tragen wird.“

„Wir wünschen den Familien alles Gute“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth, der den Willkommensdienst und die Baumpflanzaktion vor fünf Jahren initiiert hatte. „Es wäre schön, wenn sich die Familien wie ihre Bäume in Beelitz fest verwurzeln.“ Übrigens: Dass Beelitz auch in Zukunft noch jede Menge Platz für neue Obstbäume braucht, zeigt die Geburtenentwicklung: Wurden 2012 noch 53 Geburten registriert, waren es 2013 schon 69. Im vergangenen Jahr wurden 81 neugeborene Beelitzer im Einwohnermeldeamt der Stadt registriert und in diesem Jahr sind es mit Stand September schon 65.

 

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