Attraktion im Tempelwald

Lust auf Zauche

Borkwalde, Busendorf, Klaistow, Kanin – Lassen Sie sich neugierig machen auf eine neue, kleine Attraktion in der Zauche. Versteckt im Kiefernwald zwischen Kanin, Klaistow und Borkwalde hat der Waldbesitzer Karl Tempel nicht nur Wald aufgekauft und begonnen, diesen zu einem experimentellen Mischwald umzugestalten. Seit Ende Mai 2014 führt auch ein künstlerisch gestalteter Rundweg zu den spannendsten Stellen.

Karl Tempel

Karl Tempel

Doch zunächst zum Wald selbst. Wo vor wenigen Jahren nur monotoner Kiefernwald zu sehen war, entsteht heute eine Waldvielfalt, die selbst gestandene Förster begeistert, z.B. den Beelitzer Stadtförster, Martin Schmidt, der das einmal so ausdrückte:

„Immer, wenn ich Herrn Tempel so erzählen höre, muss ich an Sauen denken.“

Warum und warum das ein Kompliment ist versteht man, wenn man einmal auf Wikipedia zu Sauen nachliest:

„Von 1912 bis zu seinem Tod 1949 lebte der Chirurg August Bier, Erfinder der Lumbalanästhesie, in Sauen. Bier begann in seiner Zeit hier, den Kiefernwald auf märkischem Sandboden zu einem Mischwald umzugestalten, was von den damaligen Forstleuten mit Unverständnis betrachtet wurde. Die zahlreichen unter Denkmalschutz stehenden Alleen in der Dorfperipherie sind darauf zurückzuführen.“

Heute fahren die Förster nach Sauen, um sich dort schulen zu lassen.

Auch Karl Tempel experimentiert mit verschiedenen Varianten der Umgestaltung seines Kiefernwaldes zu einem Mischwald. Bereits am Beginn musste er ziemlichen Mut beweisen:

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Jens Schwoch

Jens Schwoch

Zunächst war der Wald also ein Zuschussgeschäft. Trotzdem kaufte Karl Tempel weiteren Wald und lernte bald den damaligen Revierförster Jens Schwoch kennen, der ihn auf einen neuen Gedanken brachte:

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Überwiegend pflanzten sie Eichen, aber auch Linde, Haselnuss, Eberesche. Während sich die Traubeneiche ganz ordentlich entwickelte, taten sich Haselnuss und Linde schwer. Auch Anpflanzungen von Birken waren weniger erfolgreich, doch bald siedelte sich der schöne Baum mit der weißschwarzen Rinde ganz von selbst an.

Monotoner Kiefernwald

Monotoner Kiefernwald

Waldumbau

Waldumbau

Neugierig geworden? Dann fahren Sie doch einmal nach Borkwalde und wandern Sie auf dem Siebenbrüderweg in Richtung Borkheide. Nach wenigen 100 Metern, dort, wo der Spargelwanderweg den Siebenbrüderweg nach rechts verlässt, stoßen Sie auf den Rundweg durch den Tempelwald. An einer Tafel erhalten Sie einen guten Überblick. Wenn Sie sich nach rechts wenden, stoßen Sie bald auf einige Nistkästen, vor allem aber auf Esskastanien:

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Karl Tempel kennt die Esskastanie aus seiner Heimat, der Pfalz. Von dort her wusste er, dass sich Kiefern und Esskastanien gut vertragen:

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Er pflanzte also erste Esskastanien, natürlich herkunftsgesichert, so dass sie an die hiesigen Bedingungen gewöhnt sind. Inzwischen nimmt die Esskastanie einen besonderen Platz im Tempelwald ein, obwohl ihr Anbau bisher noch nicht vom Land gefördert wird. Die Esskastanie entwickelt sich erstaunlich gut, während sich empfohlene Bäume schwer taten.
Die jungen Bäume müssen gegen Verbiss geschützt werden, entweder einzeln oder durch Einzäunung eines Waldabschnittes. Karl Tempel hat übrigens nichts dagegen, wenn man auch in den eingezäunten Bereichen Pilze sammelt. Hauptsache, man schließt die Tore wieder sorgfälltig. Rehe finden schnell den Weg zu den leckeren Jungtrieben. Einmal riß ein umstürzender Bau den Zaun nieder. Sofort waren sie da.

Bis heute sind von den ca. 70 ha des Tempelwaldes gut 20 Prozent umgebaut. Insgesamt beschreibt Karl Tempel seine Ziele mit dem Wald so:

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Folgen Sie dem Weg weiter so kommen Sie am Rande einer großen Anpflanzung von Esskastanien zu einem Hotel, zu einem Insektenhotel. Noch sind viele Zimmer frei. Die genutzten Zimmer erkennt man an dem Lehmverschluss der Schilfrohre.

Der weitere Weg führt zunächst zurück auf den Siebenbrüderweg in Richtung Borkwalde. Dort kann man mehr über die Waldrandgestaltung erfahren:

Die tollen Schilder wurden übrigens vom Werbestudio Zum weissen Roessl aus Schäpe konzipiert. Die Bilder stammen vom Borkwalder Künstler Jörg Knuth.

Nach einiger Zeit biegt der Rundweg wieder vom Siebenbrüderweg ab. Falls es Ihre Zeit zulässt, so sollten Sie auch diesem Teil des Rundweges unbedingt folgen. Zunächst gibt es eine Fläche zu besichtigen, auf der der Waldumbau schon weiter vorangeschritten ist, außerdem einige Fledermauskästen samt Informationstafel:

Bienen im Wald

Bienen im Wald

Busendorfer Biene

Busendorfer Biene

Während man noch den abwechslungsreichen Wald, sein vielfältiges Grün und die zahlreicheren Vorgelstimmen auf sich wirken lässt, wartet ein Stück weiter schon eine (vorläufig?) letzte Überraschung auf den interessierten Wanderer. Man muss nur wenige Schritte einem Hinweischild folgend in den Wald hineingehen.

Karl Tempel konnte einen Imker gewinnen, Bienenkästen in seinen Wald zu stellen. Ganz offensichtlich finden die Bienen auch genügend Nährstoffe. Jedenfalls biete Karl Tempel bereits einen eigenen Honig an, die „Busendorfer Biene“. Wer diesen Waldhonig schon einmal kosten durfte, der weiß: total lecker.

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Der Borkwalder Kulturverein Zauche e.V., der als erster die neue Attraktion in seiner Umgebung testen durfte, ist sehr begeistert. Und wann schauen Sie im Tempelwald vorbei?

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